Open/Close Menu Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive

Eine Gruppe hat sich auf einen interkulturellen Rundgang durch das Bahnhofsviertel begeben – dort, wo sonst „Dügida“ demonstriert.

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FOTO: Andreas Endermann

Düsseldorf. Dirk Sauerborn blickt auf die Uhr. Der Kontaktbeamte der Polizei und Vorsitzende des Vereins „Wegweiser“ mahnt die Gruppe zum Weitergehen. „Sergej wartet auf uns“, sagt er. Sergej wird aber noch warten müssen: Jetzt gibt es erstmal Tee. Der Duft von frisch aufgesetztem Minztee durchzieht den Schulungsraum der marokkanisch-islamischen Moschee-Gemeinde auf der Adersstraße. Gebäck steht auf dem Tisch, die vier freundlichen Herren aus der Gemeinde schenken gern noch etwas Tee nach.

Die gut 20-köpfige Gruppe ist beim interkulturellen Rundgang durch das Bahnhofsviertel in der Moschee herzlich willkommen. So wie hier versteckt sich hinter den verschlossenen Türen, an denen man im Alltag so oft vorbeihetzt, eine riesige Portion Gastfreundschaft, ein netter Nachbar.

Dirk Sauerborn und Volker Neupert von „Respekt und Mut“, einer Organisation, die sich um interkulturelle Verständigung bemüht, haben diesen Rundgang bewusst in das Bahnhofsviertel gelegt. Hier marschiert Montag für Montag „Dügida“ vorbei, skandiert Parolen, verunsichert Bewohner. Die bunt gemischte Gruppe Bürger, die am Donnerstagabend diese Route entlangspaziert, will reden. Mit den Betroffenen, mit denen, die „Dügida“ auszugrenzen versucht.

Vom Goethe-Institut aus schlängelt sich der Weg entlang der Graf-Adolf-Straße, weiter über Mintrop- und Aderstraße bis schließlich zur Luisenstraße. Da, wo Sozialarbeiter Sergej Aruin vom Verein „Vertrauen, Akzeptanz und Perspektive“ wartet. Der gebürtige Moskauer bringt den rund 40 000 russischstämmigen Düsseldorfern Deutsch bei und hilft mit weiteren Projekten bei der Integration. Herzlich grüßt er jeden per Handschlag, nennt sich „waschechten Düsseldorfer“.

Im Hamam Sahara Wellness und der Sprachschule DÜS stehen den Teilnehmern die Türen genauso auf. Hier und da prallen vereinzelt Welten aufeinander. Das ist aber das Ziel: sich kennenzulernen.

Quelle: www.rp-online.de

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