Was ist CEOPS?

CEOPS steht für „Center for Education on Online Prevention in Social Networks“ und ist ein bundesweites Fortbildungsprogramm, das Jugendliche und junge Erwachsene durch digitale Lehrgänge befähigt, islamistischen Extremismus in den sozialen Netzwerken zu erkennen und diesem präventiv entgegenzuwirken.
Im Rahmen der Lehrgänge, die auf der digitalen Lernplattform Moodle stattfinden, werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen anhand praxisorientierter Workshops darin geschult, islamistischen Extremismus in den sozialen Medien zu erkennen, um mit dem erlernten Wissen und Handwerkszeug aktive Online-Präventionsarbeit zu leisten. Die Lehrgänge vermitteln den Teilnehmenden die Funktionslogik von sozialen Medien, erweitern ihre demokratische Medienkompetenz und zeigen mögliche Abläufe von Radikalisierungsprozessen, sowie die Grundlagen der Online-Präventionsarbeit auf.
Im Anschluss an die theorievermittelnden Lehrgänge folgen Praxisteile, in denen die Teilnehmenden das erworbene Know-how anwenden, um eigene präventive Online-Angebote zu erstellen.
Auf diesen selbst erstellten Online-Präsenzen stoßen die Teilnehmenden kritisch-reflektierte Gespräche über die Themen Religion, Identität und Gesellschaft in ihren Online-Communities an.

Mit diesem sogenannten Peer-to-Peer-Ansatz wird sichergestellt, dass Produzent und Konsument der Online-Inhalte aus der gleichen Altersgruppe stammen und über das Zurückgreifen auf gemeinsame jugend- und popkulturelle Codes ein direkter Zugang zueinander entsteht.
Die Teilnehmenden werden hierdurch zu Multiplikator:innen, die in ihren eigenen (Online-) Communities aktiv niederschwellige Präventionsarbeit leisten.
Das CEOPS-Programm wird von der Organisation AVP – Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V. getragen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert. Wissenschaftlich begleitet wird das Programm durch das Thomasius Research Institute on Political Extremism (TPX).


Unsere Zielgruppe

  • Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in muslimischen NGOs und im Umfeld von Moscheegemeinden innerhalb des ganzen Bundesgebietes engagieren, die im Rahmen des Leistungsspektrums ihrer NGO onlinebasierte Angebote zur Prävention islamistischer Radikalisierung implementieren möchten oder bei bereits erfolgter Umsetzung Unterstützung benötigen
  • Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren, die interessiert sind in islamistisch geprägten Online-Communities kritisch-reflektierte Gespräche zu initiieren und Meinungsvielfalt gemäß der FDGO zu fördern
  • Was sind die Projektziele?

    Ziel von CEOPS ist es in ganz Deutschland Jugendliche und junge Erwachsene über religiös begründeten Extremismus in den sozialen Medien anhand praxisorientierter Workshops aufzuklären, die Funktionslogik von sozialen Medien zu vermitteln und sie anschließend in die Lage zu versetzen aktiv eigene Präventionsangebote umzusetzen. Damit können sie in Zukunft in Eigenregie einer möglichen islamistischen Radikalisierung Gleichaltriger in den sozialen Netzwerken entgegenwirken.

    Damit das gelingt geben wir den Jugendlichen nicht nur wichtiges Knowhow über extremistische Anwerbestrategien und Radikalisierungsprozessen mit, sondern begleiten sie auch noch nach den Workshops bei der Installation eigener Online-Präventionsangebote auf unbestimmte Zeit. Nach Abschluss der Lehrgänge sind die Jugendlichen in der Lage digitale Präventionsangebote im Rahmen des bestehenden Leistungsspektrums ihrer NGO zu entwickeln und aufzubauen.

    Mit diesen Online-Angeboten sollen die Jugendlichen dann im Umfeld islamistisch geprägter sozialer Online-Netzwerke erreicht, und diese mittel- bis langfristig an die neuen Angebote angebunden werden.
    Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler werden durch die Lehrgänge befähigt, sich in islamistisch geprägten Online-Communities selbstbewusst zu positionieren, in diesen einen persönlichen Zugang zu dort aktiven Usern herzustellen, und kritisch-reflektierte Gespräche zu initiieren, um hierdurch Meinungsvielfalt und Toleranz gemäß der freiheitlich demokratischen Grundordnung zu fördern.
    Darüber hinaus sollen die Alumni der Lehrgänge in Kontakt mit Trägern der Präventionsarbeit in ihrer Nähe gebracht werden. So lernen sie bereits bestehende Angebote kennen, und können diese zu einem späteren Zeitpunkt mit ihrer Arbeit flankieren und ergänzen.


    Warum CEOPS?

    Nur ein paar Swipes bei Tiktok bis zu Fakenews, Verschwörungstheorien oder extremistischen Inhalten. Soziale Medien, wie Tiktok, Instagram oder Whatsapp haben sich zu Sozialräumen von Jugendlichen entwickelt. Laut ARD/ZDF-Onlinestudie waren 14-29-Jährige im letzten Jahr durchschnittlich 6,5 Stunden am Tag online – das wissen auch politische und religiöse Extremisten und knüpfen auf unterschiedlichen Kanälen Kontakte zu ihnen. Das Gefährliche: Islamistische Propaganda ist nicht immer sofort als solche zu erkennen. Der Online-Content islamistischer Akteure, wie Generation Islam oder Ansaar International, präsentiert die Vereine nach außen hin als Kümmerer und Helfer der Jugendlichen, während ein paar Swipes weiter für demokratiefeindliche und menschenverachtende Positionen geworben wird. Durch dieses systematische Vorgehen extremistischer Gruppierungen wird es für Träger der Präventionsarbeit zunehmend schwieriger, deren Rekrutierungsstrategien wirkungsvoll und zeitnah zu begegnen. Der Lösungsansatz liegt hier in zielgruppenorientierten Ansätze, die unter Nutzung der in der Zielgruppe verbreiteten Kommunikationstechnologien und – plattformen verschiedene Formen der Radikalisierungsprävention im Netz anwenden und die es beispielsweise ermöglichen, virtuell mit dem Einzelnen im Chat in Kontakt zu treten


    Wo ist CEOPS und wie wird die Umsetzung in Pandemiezeiten sichergestellt?

    Die Umsetzung der Weiterbildungen erfolgt, auch unabhängig von den pandemiebedingten Einschränkungen, ausschließlich online. Interessierte nehmen die Angebote über die digitale Lernplattform ‚Moodle‘ wahr. Die Akquise und Kontaktaufnahme zu den Zielgruppen nehmen wir via Video-Telefonie und E-Mail-Ansprache vor. Dabei greifen wir auf unser bundesweites Netzwerk aus Dachverbänden, NGOs, Schulämtern und Schulen und aus den jeweiligen Landesministerien zurück. In allen Arbeitsprozessen des Programms wird die jeweils gültige Corona-Schutzverordnung berücksichtigt.

    Die Entwicklung, Planung, Koordination und Verwaltung von CEOPS erfolgt an den drei AVP-Standorten in Düsseldorf, Berlin und Halle (Saale). Diese Standorte dienen als Ausgangspunkte der Zielgruppenakquise und als Möglichkeit zur optimalen Prozessbegleitung und Unterstützung der Teilnehmenden in West- sowie in Ostdeutschland.
    Obgleich die Durchführung der CEOPS-Lehrgänge selbst ausschließlich online erfolgt, ist eine Vor-Ort-Präsenz bzw. eine schnelle persönliche Erreichbarkeit der Zielgruppen und der Netzwerkpartner für den Erfolg des Programms wichtig. Mit unseren drei Standorten können wir das Programm auch persönlich bei Bezirksregierungen, Schulen und muslimischen NGOs vorstellen und eine enge Begleitung der Zielgruppen bei der Umsetzung durch eine persönliche Vor-Ort-Beratungen sicherstellen. Auch nach dem Fortbildungsprogramm steht unsere Service-Stelle in Halle den Lehrgangsabsolvent:innen u.a. mit Coaching, Qualitätssicherung der Präventionsangebote und mit Netzwerken unterstützend zur Seite.


    Wer ist CEOPS?

    Wir sind ein multiprofessionelles Team, das unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Extremismusprävention mitbringt: Hochqualifizierte Soziologen, Lehrerinnen, Politikwissenschaftler:innen, Psycholog:innen und eine Expertin aus der sozialen Arbeit haben interaktive und vor allem praxisorientierte Fortbildungsmodule entwickelt.

    Wissenschaftliche Begleitung

    Als Teil des Innovationsgehalts der CEOPS-Fortbildungen ist der direkte Kontakt zu wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Extremismusforschung kennzeichnend. Know-how aus der Forschung zu aktuellen Entwicklungen extremistischer Anwerbestrategien, zu Hinwendungsgründen zu extremistischen Gruppierungen oder zu europaweiten Best-Practices-Beispielen wird im Austausch mit den Referent:innen zeitnah in die Fortbildungsmodule transferiert. Wissenschaftliche Mitarbeiter des Thomasius Research Institute on Political Extremism (TPX) werten für das Projekt u.a. islamistische Webinhalte aus, analysieren langfristig neue Entwicklungen in den Online-Sozialräumen und beobachten den aktuellen Forschungsstand in den Themenfeldern religiös und politisch begründeten Extremismus. So wird eine ständige Weiterentwicklung der Fortbildungsmodule am Puls der evidenzbasierten Erkenntnisse gewährleistet und eine möglichst effektive Präventionsarbeit angestrebt.

    Kontakt

    Mail: info@ceops.online
    Web: www.ceops.online