Open/Close Menu Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive

Am Dienstag, 9. April, feierte unser Film „Zu spät“ Premiere, und zwar um 18 Uhr im METROPOL Kino in Düsseldorf. Es handelt sich dabei um einen fiktionalen Film von 45 Minuten Länge, welcher im Herbst vergangenen Jahres im Rahmen eines Jugendprojekts entstanden ist. Inhaltlich geht es um zwei der ältesten Themen der Welt, welche Jugendliche schon immer am meisten beschäftigten: Liebe und Freundschaft.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Ali und Orhan, zwei beste Freunde, die unter anderem gemeinsam haben, dass sie praktisch immer und überall zu spät sind. Außerdem gibt es da noch Tamara, Orhans Freundin, welche sich von Orhan schlecht behandelt fühlt, während Ali sich ein Mädchen wie sie zur Freundin wünscht und sich nichts Schöneres vorstellen kann, als seine Traumfrau auf Händen zu tragen. An den Namen dieser Charaktere ist bereits erkennbar, dass es sich bei den Figuren um Menschen handelt, die einen Migrationshintergrund aufweisen. Tatsächlich wird das Ensemble noch erweitert um Mamadou und Qaidar sowie andere, die alle nicht in Deutschland geboren sind, aber die hier ihre zweite Heimat gefunden haben. Dementsprechend war die Teilnahme an dem Projekt für die Jugendlichen eine doppelte Herausforderung, da neben einer schauspielerischen Leistung die sprachliche Hürde hinzu kam.

Die einzige Ausnahme bildete hierbei die zwanzigjährige Daria Apostol, deren Muttersprache Deutsch ist und die bereits schauspielerische Erfahrung mitgebracht hatte.

„Ich habe viele Jahre als Teil einer Schauspielgruppe auf der Bühne gestanden und auch immer wieder in kleinen Filmprojekten mitgespielt, jedoch war dies hier ein deutlich größeres Projekt mit einem größeren Arbeitspensum. Gelohnt hat sich der Aufwand aber und ich bin mit meiner Rolle sehr zufrieden. Ich spiele ein geradezu archetypisches weißes, blondes deutsches Mädchen mit einer weltoffenen Einstellung und einem dunkelhäutigen Freund. Damit bin ich im Film der einzige Charakter mit deutschen Wurzeln, da der Rest der Filmclique aus jungen Flüchtlingen und Migranten besteht.“

Die Hauptrolle im Film übernahm der siebzehnjährige Ali Galiqi, der vor einigen Jahren mit seiner Familie aus Albanien nach Deutschland gekommen ist und dem die schauspielerische Herausforderung sichtlich zugesagt hatte.

„Ich war während des gesamten Drehs voller Energie und konnte es jeden Morgen kaum erwarten, wieder vor die Kamera treten zu dürfen. Obwohl ich zwischendurch ein paar Drehtage lang krank war, dachte ich trotzdem immer nur daran, wann meine nächste Szene gedreht wird und ich wieder spielen darf. Es war zwar alles viel Arbeit und es fiel mir auch nicht immer leicht, mir meinen Text zu merken, aber insgesamt war es eine unvergessliche Erfahrung und ich würde es jederzeit noch mal machen.“

Produziert wurde der Film von AVP mithilfe einer Förderung des Landschaftsverband Rheinland. Dabei war es ursprünglich geplant, den Themen Integration und Flucht eine noch größere Rolle in der Geschichte einzuräumen, jedoch stellen sie im finalen Film lediglich den Hintergrund der Erzählung dar. Im Vordergrund stehen die alltägliche Tragik und Komik im Leben eines jungen Mannes, der zwischen Liebe und Freundschaft hin und her gerissen ist und außerdem ein Problem mit Pünktlichkeit hat.

Das liegt daran, dass die Idee zum Film von den Jugendlichen selbst stammt und diese haben zwar Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen, wissen teilweise auch nicht einmal, ob sie auf Dauer in Deutschland bleiben dürfen, aber dennoch unterscheiden sie sich in ihren Interessen nicht von den meisten anderen Jugendlichen in Deutschland und überall anders auf der Welt.

Und so wie diese interessieren sie sich am meisten für Liebe und Freundschaft.

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