Open/Close Menu Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive

Aufgrund zunehmender Schwierigkeiten mit jungen Spätaussiedlern entschloss sich der Rat der Stadt zur Zusammenarbeit mit dem Verein AVP (Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive).

Meerbusch. Gewalttätigkeiten, die sich insbesondere im Stadtteil Osterath im Frühjahr häuften, veranlassten die Stadt, sich verstärkt mit der Integration insbesondere russischer Spätaussiedler zu befassen. Hier fand sie einen kompetenten Partner im gemeinnützigen Düsseldorfer Verein AVP (Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive), der neben den nötigen Sprachkenntnissen viel Erfahrung in der Integrationsarbeit mitbrachte.

Der erste Kontakt zu AVP jedoch hatte bereits vor den manifesten Problemen und in einem ganz anderen Zusammenhang stattgefunden: Durch eine Theaterkritik waren Sozialdezernent Hans Mattner-Stellmann und Uli Wetter vom Vorstand des Vereins Wasserturm im Winter auf das Stück „Aschenputtels Flitterwochen“ gestoßen, dass als Projekt des AVP nicht nur junge Darsteller mit Migrationshintergrund auf die Bühne holt. Auch der Inhalt setzt sich feinfühlig mit dem Problemfeld auseinander, das jugendliche Spätaussiedler betrifft. Denn obwohl sie in Deutschland eigentlich im „Paradies“ angekommen zu sein scheinen (oder in Aschenputtels Fall im königlichen Palast), beginnen hier die eigentlichen Probleme.
Unverständnis, Ausgrenzung, offene und strukturelle Gewalt sind Themen, die das Stück aufgreift.

„Auch wenn die Theateraufführung nicht unmittelbar Bestandteil unseres Projektes in Meerbusch war, gab es doch einen guten Einstieg in die Thematik“, erläutert Projektleiter Sergej Aruin. Seit Juli hat AVP den Auftrag, die Situation zu analysieren und zusammenzufassen. Ab Oktober soll dann – auf zwei Jahre angelegt – in die praktische Arbeit eingestiegen werden.

„Wir wollen Jugendtreffs einrichten, Angebote zu Sport und Freizeitgestaltung machen, Berufs- und Sprachförderung betreiben und in Zusammenarbeit mit den sozialen Diensten der Stadt die Jugendlichen zur Wahrnehmung von Beratungsangeboten ermutigen“, so Aruin. Pädagogische Kräfte treten zudem direkt „auf der Straße“ mit den Jugendlichen in Kontakt. Der Verein geht von einer Zahl von 80 bis 100 jugendlichen Spätaussiedlern (14 bis 27 Jahre alt) in Meerbusch aus. „Die Zahl lässt sich nicht genau ermitteln, da die meisten einen deutschen Pass haben“, erläutert der Projektleiter.

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